Das Preisfischen ist gesetzlich verboten

Bereits im Jahre 1990 wurde in Oberösterreich durch eine Novelle zum Oö. Fischereigesetz das Preisfischen aus Gründen des Tierschutzes und der fischereilichen Weidgerechtigkeit verboten.

Unter Preisfischen werden dabei Veranstaltungen verstanden, bei denen für die Teilnahme eine unverhältnismäßig hohe Teilnahmegebühr zu entrichten ist oder bei denen Geld- und Sachpreise (ausgenommen Pokale, Urkunden oder Ehrenpreise) ausgesetzt werden.

Wettfischen Nach den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit ist auch das Wettfischen verboten. Um Freundschaftsfischen, Firmenfischen, Vergleichsfischen, Vereinsfischen usw. zu ermöglichen, sind in einer eigenen Landesverordnung Wettfischverordnung (1990) relativ strenge Regeln festgelegt. So ist eine derartige Veranstaltung z. B. zwei Wochen vorher dem Revierausschuss zu melden, zur Aufsicht sind Fischereischutzorgane zu bestellen, sie ist nur in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Oktober und nur bei Tag erlaubt, das „Anfüttern“ zum Anlocken der Fische ist genauso verboten wie die Verwendung von Lebendködern und Angeln mit Widerhaken; eine wesentliche Bestimmung ist, dass die zu wertenden Fische vor der Wertung weidgerecht zu töten sind.

Nach einer längeren Zeit relativer Ruhe nahmen in den vergangenen Jahren Verstöße gegen diese Regeln und die Veranstaltung von „Preisfischen“ wieder zu. Immerhin sieht das Oö. Fischereigesetz bei Übertretungen Höchststrafen von 2200,- Euro und Entzug der Fischerkarte vor.

Der Oö. Landesfischereiverband appelliert daher an die Verantwortlichen solcher Veranstaltungen die gesetzlichen Regeln genau einzuhalten, da ansonsten verstärkt die Fischereibehörden eingeschaltet werden müssen. Die meist mit solchen Veranstaltungen verbundenen finanziellen Anreize sind keine Rechtfertigung, um den Tierschutzgedanken und die Regeln der Weidgerechtigkeit zu vernachlässigen.

Im Jahr 2012 durchgeführte Erhebungen haben ergeben, dass die Bestimmungen der Wettfischverordnung vielfach nicht eingehalten wurden. 2013 und 2014 mussten keine Verfehlungen zur Anzeige gebracht werden.

Ein neuer Entwurf zur Wettfischverordnung wurde diskutiert; der Vorschlag des Vorstandes an den Landesfischereirat wurde in der Vollversammlung des Landesfischereirates im Frühjahr 2014 beschlossen und der Antrag an die oö. Landesregierung gestellt, die Wettfischverordnung zu deregulieren: Fischereischutzorgane sollen aus ihrer Verantwortung entlastet werden, Verantwortlichkeiten für Veranstalter und Bewirtschafter sind klarzustellen und verschiedene Auflagen ‑ unter Wahrung weidgerechter Grundsätze ‑ zeitgemäßen Anforderungen anzupassen. Sobald vom Land OÖ die Wettfischverordnung geändert wird, werden wir in geeigneter Weise darüber informiert!

WettfischVO Entwurf März 2014

Erläuterungen zum Entwurf der Wettfischverordnung 

Über die verschiedenen Formen von gemeinschaftlichen Fischereiveranstaltungen wird auch im benachbarten Bayern diskutiert:

http://www.lfvbayern.de/aktuelles-presse/pressemeldungen/was-wird-aus-dem-fischerkoenig/