Fisch des Jahres 2020 – Bachforelle

Fisch des Jahres 2020 – Die Bachforelle (Salmo trutta)

Die Bachforelle zählt zu den bedeutendsten Süßwasserfischen in Europa. Die zur Familie der Lachsartigen (Salmonidae) zählende bevorzugt sommerkühle, sauerstoff- und strukturreiche, schnell fließende Gewässer in denen sie natürlicherweise als dominierende Fischart beheimatet ist. Daher wird auch eine ganze Fischregion, die Forellenregion, nach ihr benannt.

Der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Gewässer zählen zu den dramatischsten Folgen für diese kälteliebende Art. Alle lebensnotwendigen Prozesse wie Fortpflanzung, Wachstum und Wanderung werden bei wechselwarmen Lebewesen von der Temperatur beeinflusst. Ihr Lebensraum wird in den nächsten Jahren immer kleiner werden, da für die Bachforelle, die vor allem in den Oberläufen der Fließgewässer lebt, keine flussaufwärtige Ausweichmöglichkeit gegeben ist. Durch die steigenden Wassertemperaturen werden auch vermehrt Krankheiten ausbrechen, wie zum Beispiel die Proliferative Nierenkrankheit (PKD), die die Bestände zunehmend dezimieren. Weitere wesentliche Faktoren, die zu einer Gefährdung und Reduktion der Bachforellenbestände beitragen, sind die Gewässerverbauung, -verschmutzung (z.B. durch Hormone), Feinsedimentbelastungen und fehlende Ufervegetation sowie der hohe Prädatorendruck in Form von Fischotter, Gänsesäger, Graureiher und Kormoran.

Zum Schutz der heimischen, lokalen Bestände können vor allem die Bewirtschafter viel beitragen. Der Besatz mit standortangepassten Bachforellenstämme von Fischzuchten aus der jeweiligen Region sind einerseits widerstandsfähiger als ausländische Besatzfische und andererseits sinkt die Gefahr Krankheiten aus ganz Europa in unseren Gewässern zu verbreiten. Die Zucht geeigneter an das jeweilige Gewässersystem angepasster Bachforellenlinien ist zwar aufwendiger und somit teurer, wird in der Zukunft aber vielerorts der einzige Weg zur Erhaltung der Art darstellen. Der Besatztourismus mit domestizierten Speisefischen schadet den heimischen Wildfischbeständen unserer Fließgewässer wesentlich mehr als er nützt!

Zur Minderung der steigenden Wassertemperaturen ist auf eine weitgehende Gewässerbeschattung durch standorttypische Ufergehölze zu achten. Sie dient nicht nur als Schattenspender, sondern bietet auch zahlreichen Insekten wertvollen Lebensraum und zugleich Nahrung für die Fische. Ebenso muss die Wiederherstellung von naturnahen Gewässerabschnitten mit geeigneten Lebensräumen für alle Altersstadien – vom Ei bis zur fortpflanzungsfähigen Bachforelle – weiter verstärkt umgesetzt werden. Sie dient der natürlichen Fortpflanzung und somit der nachhaltigen Arterhaltung. Die Naturverlaichung stellt den erfolgreichsten Weg zur Anpassung und somit zum Erhalt der Fischfauna in unseren Gewässern dar.