Projekt zur Erhaltung des Bestandes der Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel ist ausschließlich im Urgestein anzutreffen. Sie hat unter anderem Dank der Perlen, die sie unter bestimmten Bedingungen hervorbringt, eine große Geschichte, wie die mit Flussperlen besetzten Kronen von Adelshäusern oder auch diverse Schmuckstücke in Besitz von Klöstern beweisen.

Aus biologischer Sicht gesehen, ist das Besondere an diesen Muscheln ihr parasitäres Larvenstadium in den Kiemen der Bachforellen. Die Larven (Glochidien) der Flussperlmuschel werden nämlich meist im August von den Muttertieren in kleinen Schleimpfropfen ausgestoßen und heften sich an die Kiemen von kleinen Bachforellen. Nach 8 bis 9 Monaten fallen die Muscheln mit einer Größe von ca. 1,3 mm ab und leben dann mindestens 5 Jahre im Substrat, ehe sie an die Oberfläche des Bachgrundes kommen.

Flussperlmuscheln werden bis über 100 Jahre alt. Leider findet man kaum mehr Muscheln in unseren Gewässern, die jünger als 40 Jahre alt sind. Das lässt den Schluss zu, dass seit zirka 40 Jahren Veränderungen stattfinden, die für die Jungmuscheln lebensfeindlichen Bedingungen schufen.

Trockenlegungen von Mooren, Drainagierungen von landwirtschaftlich genutzten Flächen mit den damit verbundenen Einschwemmungen von verschiedensten Stoffen, Straßenentwässerungen, Abwassereinleitungen und vieles andere mehr könnten die Ursachen dafür sein. Mehrere derzeit stattfindende wissenschaftliche Untersuchungen sollen darüber Auskunft geben.

Fotos: Reinhard Nieder, Linz freistadt_flup_schwarzeaist

Flussperlmuscheln sind in der Waldaist und der Harben Aist noch in größeren Restpopulationen zu finden. Auch in der Maltsch und in der Feldaist oberhalb von Rainbach sind noch vereinzelt Flussperlmuscheln vorhanden.

Zusätzlich zu den im Rahmen des „Natura 2000 Gebietes“ laufenden Projekten hat sich das Fischereirevier Freistadt zum Ziel gesetzt, sein möglichstes für den Erhalt und Wiederaufbau des Flussperlmuschelbestandes beizutragen. Es werden in Zusammenarbeit mit dem Verein FLUP zur Zeit alljährlich mit Muschellarven infizierte Bachforellenbrütlinge im gesamten Waldaistflusssystem ausgesetzt, um mögliche oder wieder intakte Lebensräume für Jungmuscheln zu erschließen, bzw. die Nachzucht zu fördern. Die Aktivitäten zur Erhaltung der Flussperlmuschel wurden in das Artenschutzprojekt Mühlviertler Stammforelle integriert.